Katharina Istel – „Nutzen statt Besitzen“

Der zur Nachhaltigkeistwoche Ende April 2013 leider ausgefallene Vortrag von Katharina Istel „Nutzen statt Besitzen“, konnte jetzt Mitte Juni zum Glück nachgeholt werden!
Die Nutzen-statt-besitzen-Modelle gibt es schon sehr lange (Bibliotheken, Waschsalon, WG). Doch bisher ist diesen Nutzungsformen der Durchbruch nicht gelungen. Carsharing, Second-Hand-Läden und Verleiher führten bis vor kurzem ein Nischendasein. Die Umständlichkeit des Leihens und Tauschens sowie eine Flut von Billigprodukten erschwerten eine breite Kultur des „Nutzen statt Besitzen“.
Katharina Istel führte in die Thematik ein, versuchte sich an einer Definition (alle Produkte und Dienstleistungen, die auf eine Verlängerung und Optimierung der Produktnutzungsphase abzielen) und stellte die untersuchten Beispiele – Kleidertausch und Werkzeugverleih – vor. Ziel der Studie war es, mögliche Potenziale zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs zu ermitteln.
Im Laufe der Veranstaltungen wurden lokale Initiativen gesammelt und Gäste interviewt. In Rostock waren dies Akteure vom Interkulturellen Garten, der FoodCoop, des Tauschringes und des Second-Hand-Marktes.
Anschließend wurden die Hemmnisse für die Durchsetzung der Modelle (Vertrauen herstellen, Rechtssicherheit schaffen, Informationen bereitstellen) und der Umweltnutzen thematisiert. Nutzen-statt-Besitzen-Angebote, die gebrauchte Dinge verleihen, tauschen und verkaufen, können den Ressourcenverbrauch reduzieren. Allerdings muss ein Blick auf die Rahmenbedingungen geworfen werden. Es hängt im Wesentlichen von der Häufigkeit der Nutzung sowie der Art und Weise der Transaktion (u.a. lange Transportwege) ab, also wie der Gegenstand die Nutzer wechselt. Je öfter ich einen Gegenstand brauche, desto mehr fallen die bei der Transaktion des Tauschen, Leihens und Vermietens anfallenden Ressourcen ins Gewicht.
Im anschließenden Gespräch wurde über den Rebound-Effekt und über die Frage der Motivation diskutiert. Wie erlangt man eine Offenheit gegenüber den Modellen? In erster Linie sind es eher die Finanzen und der soziale Charakter als ökologische Aspekte. Auch das Thema Vertrauen wurde erörtert. Insbesondere stellen die Rechtssicherheit und Informationsangebote Stellschrauben dar, die zu einer Intensivierung der Angebote führen könnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Facebook